Oma ist gestürzt: Was tun? Erste Hilfe nach einem Sturz
Wenn die eigene Mutter, Großmutter oder ein anderer älterer Angehöriger stürzt, ist die Unsicherheit oft groß: Soll die Person sofort aufstehen? Wann muss der Rettungsdienst gerufen werden? Und was können Sie tun, wenn Sie beim Sturz gar nicht vor Ort sind? Das Wichtigste zuerst: Bleiben Sie ruhig, prüfen Sie Bewusstsein und Atmung und versuchen Sie nicht, die gestürzte Person vorschnell aufzurichten. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, starken Schmerzen, schweren Verletzungen oder anderen alarmierenden Beschwerden sollten Sie den Notruf 112 wählen. In diesem Beitrag erfahren Sie Schritt für Schritt, was nach einem Sturz zu tun ist, wann medizinische Hilfe notwendig ist und wie sich ältere Menschen für einen möglichen Sturz zu Hause und unterwegs besser vorbereiten können.
Das Wichtigste in Kürze: Was tun, wenn Oma gestürzt ist?
Nach einem Sturz sollten Sie zunächst prüfen, wie es der betroffenen Person geht.
- Sprechen Sie die Person an und prüfen Sie, ob sie reagiert.
- Kontrollieren Sie bei Bewusstlosigkeit die Atmung.
- Lassen Sie die Person zunächst liegen oder sitzen und fragen Sie nach Schmerzen.
- Versuchen Sie nicht, sie gegen ihren Willen oder bei starken Beschwerden aufzurichten.
- Rufen Sie bei schweren Verletzungen, Bewusstlosigkeit, Atemnot oder starken Beschwerden die 112.
- Ist die Person bewusstlos, atmet aber normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und rufen Sie den Rettungsdienst.
- Atmet eine bewusstlose Person nicht normal, beginnen Sie mit der Wiederbelebung und alarmieren Sie den Rettungsdienst
Schritt 1: Bleiben Sie ruhig und verschaffen Sie sich einen Überblick
Nach einem Sturz möchten viele Angehörige die betroffene Person möglichst schnell wieder auf die Beine bringen. Genau das sollte jedoch nicht der erste Schritt sein.
Sprechen Sie Ihre Angehörige zunächst ruhig an und fragen Sie:
- Können Sie mich hören?
- Wo haben Sie Schmerzen?
- Können Sie Arme und Beine bewegen?
- Ist Ihnen schwindelig?
- Haben Sie den Kopf angeschlagen?
- Wissen Sie noch, wie es zu dem Sturz gekommen ist?
Schauen Sie außerdem nach sichtbaren Verletzungen, Blutungen oder auffälligen Fehlstellungen. Der wichtigste Grundsatz lautet: Erst die Situation beurteilen, dann handeln.
Schritt 2: Bewusstsein und Atmung prüfen
Reagiert die gestürzte Person nicht auf Ansprache, liegt eine mögliche Bewusstlosigkeit vor. Prüfen Sie dann die Atmung. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt bei einer bewusstlosen Person mit normaler Atmung die stabile Seitenlage und anschließend den Notruf 112. Bewusstsein und Atmung sollten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes immer wieder kontrolliert werden. Ist keine normale Atmung feststellbar oder bestehen Zweifel daran, beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und rufen Sie beziehungsweise eine andere Person sofort die 112.
Schritt 3: Nicht sofort wieder aufstehen
Ist Ihre Angehörige bei Bewusstsein, sollten Sie zunächst herausfinden, ob eine Verletzung vorliegen könnte.
Besonders vorsichtig sollten Sie sein bei:
- starken Schmerzen,
- Schmerzen an Hüfte, Rücken oder Kopf,
- sichtbaren Fehlstellungen,
- starken Blutungen,
- Schwindel oder Benommenheit,
- eingeschränkter Beweglichkeit,
- plötzlich auftretenden Sprach- oder Bewegungsproblemen.
Versuchen Sie in solchen Situationen nicht, die Person einfach hochzuziehen.
Gerade nach einem schweren Sturz können Verletzungen vorhanden sein, die von außen zunächst nicht eindeutig erkennbar sind.
Wann sollten Sie nach einem Sturz die 112 rufen?
Bei schweren Verletzungen oder Krankheitszeichen sollte direkt der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden. Offizielle Gesundheitsinformationen des Bundes nennen unter anderem Bewusstlosigkeit, Atemnot und starke Schmerzen als Gründe für einen Notruf.
Nach einem Sturz sollten Sie insbesondere die 112 wählen, wenn:
- die Person bewusstlos ist,
- sie nicht normal atmet,
- starke Schmerzen bestehen,
- eine schwere Verletzung vermutet wird,
- starke Blutungen auftreten,
- die Person sehr benommen oder stark verwirrt wirkt,
- plötzlich Sprachstörungen oder Lähmungserscheinungen auftreten,
- der Allgemeinzustand deutlich beeinträchtigt ist.
Sind Sie unsicher, ob eine akute Gefahr besteht, ist es im Zweifel sinnvoll, professionelle Hilfe einzubeziehen.
Wann kann die 116117 helfen?
Nicht jeder Sturz ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Bestehen Beschwerden, die medizinisch abgeklärt werden sollten, aber keine lebensbedrohliche Situation darstellen, kann außerhalb der regulären Praxiszeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 weiterhelfen. Die 116117 ist für dringende medizinische Beschwerden gedacht, die nicht bis zur nächsten regulären Sprechstunde warten können, aber keinen Rettungsdiensteinsatz erfordern.
Was tun, wenn Oma gestürzt ist, aber wieder aufstehen kann?
Auch wenn sich die Person nach dem Sturz selbstständig bewegen kann, sollte der Vorfall nicht einfach abgehakt werden. Fragen Sie zunächst nach Schmerzen und beobachten Sie, ob Beschwerden auftreten oder zunehmen.
Wichtig ist außerdem die Frage: Warum ist es überhaupt zu dem Sturz gekommen?
Mögliche Auslöser können beispielsweise sein:
- eine Stolperfalle,
- schlechte Beleuchtung,
- ein rutschiger Boden,
- plötzliches Schwindelgefühl,
- Unsicherheit beim Gehen,
- ungeeignetes Schuhwerk,
- ein Problem beim Aufstehen oder Treppensteigen.
Wiederkehrende Stürze oder neu auftretende Unsicherheit sollten ärztlich abgeklärt werden.
Hilfe direkt am Handgelenk
Was tun, wenn niemand beim Sturz dabei ist?
Genau hier entsteht für viele ältere Menschen und ihre Angehörigen die größte Sorge.
Ein Sturz kann passieren:
- nachts auf dem Weg ins Badezimmer,
- im Garten,
- beim Spaziergang,
- beim Einkaufen,
- im Keller,
- auf dem Weg zum Briefkasten,
- während Angehörige arbeiten oder weiter entfernt wohnen.
Liegt das Smartphone in einem anderen Zimmer oder kann die gestürzte Person nicht mehr selbstständig aufstehen, kann es schwierig sein, Hilfe zu erreichen. Deshalb sollte zur Sturzvorsorge nicht nur gehören, Stürze möglichst zu vermeiden, sondern auch die Frage: Wie kann im Ernstfall Hilfe alarmiert werden?
Ein Notrufarmband kann zusätzliche Sicherheit geben
Ein mobiles Notrufarmband wird direkt am Körper getragen und kann dadurch auch dann erreichbar bleiben, wenn das Smartphone nicht in der Nähe ist. Das Gardia Notrufarmband verfügt über einen zentralen Notrufknopf und die automatische, KI-basierte FallGuard360° Sturzerkennung. Erkennt das System ein typisches Sturzereignis, kann der Notfallprozess automatisch gestartet werden – auch wenn ein aktiver Knopfdruck nicht mehr möglich ist. Je nach gewähltem Service können private Notfallkontakte oder zusätzlich die professionelle 24/7 Notrufzentrale von Bosch eingebunden werden. Eine direkte Sprachverbindung über das Gardia Notrufarmband ist möglich und im aktiven Notfall kann der Standort übermittelt werden. Die tragende Person benötigt dafür kein eigenes Smartphone und keine stationäre Basisstation..
Denken Sie auch an den Zugang zur Wohnung
Ein weiterer Punkt wird bei der Notfallvorsorge häufig vergessen: Hilfe muss die gestürzte Person auch erreichen können. Ist die Haustür verschlossen und kann die betroffene Person nach einem Sturz nicht mehr selbst öffnen, kann eine vorbereitete Zugangslösung sinnvoll sein.
Möglichkeiten sind beispielsweise:
- eine Schlüsselbox,
- ein Ersatzschlüssel bei Angehörigen,
- ein Schlüssel bei einer zuverlässigen Vertrauensperson,
- eine andere dokumentierte Zugangslösung.
So muss im Ernstfall nicht erst geklärt werden, wer einen Schlüssel besitzt. Mehr zur Schlüsselhinterlegung.
Im Notfall direkt informiert
Wie können Stürze im Alltag verhindert werden?
Nicht jeder Sturz lässt sich verhindern. Viele typische Risikofaktoren im Wohnumfeld können jedoch reduziert werden.
Prüfen Sie insbesondere:
Stolperfallen entfernen
Lose Teppiche, Kabel oder Gegenstände auf häufig genutzten Wegen können zur Gefahr werden.
Beleuchtung verbessern
Flure, Treppen und der Weg zum Badezimmer sollten auch nachts gut beleuchtet sein. Bewegungsmelder oder Nachtlichter können dabei helfen.
Badezimmer sicherer gestalten
Haltegriffe, rutschhemmende Oberflächen und gegebenenfalls ein Duschsitz können zusätzliche Stabilität bieten.
Mobilität und Gleichgewicht stärken
Regelmäßige Bewegungs- und Gleichgewichtsübungen können dabei helfen, Kraft, Koordination und Stabilität zu fördern. In unserem Beitrag zur Sturzprophylaxe finden Sie fünf einfache Übungen und weitere Tipps zur Einschätzung des individuellen Sturzrisikos. Mehr lesen: Sturzprophylaxe – 5 Übungen, die wirklich schützen
Nach einem Sturz: Ursache gemeinsam klären

Nach der unmittelbaren Versorgung lohnt sich ein zweiter Blick. Fragen Sie gemeinsam: Was hat zum Sturz geführt?
- War ein Teppich die Ursache? Trat plötzlich Schwindel auf? War es dunkel? War die Person beim Gehen unsicher?
- Wenn sich Stürze wiederholen oder die Mobilität deutlich verändert, sollte das ärztlich abgeklärt werden.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, die persönliche Notfallvorsorge neu zu betrachten:
- Sind Stolperfallen beseitigt?
- Ist nachts genügend Licht vorhanden?
- Sind wichtige Wege sicher?
- Kann im Ernstfall schnell Hilfe gerufen werden?
- Sind Notfallkontakte aktuell?
- Ist geregelt, wie Helfer Zugang zur Wohnung erhalten?
So wird aus einem einzelnen Vorfall eine Gelegenheit, die Sicherheit für die Zukunft gezielt zu verbessern.
Fazit
Wenn Oma oder ein anderer älterer Angehöriger stürzt, sollten Sie die Person nicht vorschnell aufrichten. Prüfen Sie zunächst Bewusstsein, Atmung und mögliche Verletzungen. Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, schweren Verletzungen oder starken Beschwerden wählen Sie die 112. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden kann die 116117 die richtige Anlaufstelle sein. Genauso wichtig ist die Vorbereitung für Situationen, in denen niemand beim Sturz dabei ist. Das Gardia Notrufarmband kann hier eine zusätzliche Absicherung direkt am Handgelenk bieten. Ein Notfall kann manuell ausgelöst werden oder über die automatische, KI-basierte FallGuard360° Sturzerkennung gestartet werden. Je nach Service können private Notfallkontakte oder zusätzlich die professionelle 24/7 Notrufzentrale von Bosch eingebunden werden. So geht es nicht darum, jeden Sturz verhindern zu können, sondern darum, Risiken zu reduzieren und dafür zu sorgen, dass im Ernstfall möglichst schnell Hilfe organisiert werden kann.
FAQ: Häufige Fragen
Sollte man einen älteren Menschen nach einem Sturz sofort aufheben?
Wann sollte man nach einem Sturz die 112 rufen?
Was tun, wenn die Person nach dem Sturz bewusstlos ist?
Kann ein Notrufarmband einen Sturz automatisch erkennen?
Braucht man für das Gardia Notrufarmband ein Smartphone?
Wer wird beim Gardia Notrufarmband im Notfall informiert?
„Meine größte Sorge war nie der Sturz selbst, sondern der Gedanke, danach niemanden erreichen zu können. Zu wissen, dass im Notfall meine Familie informiert wird und gleichzeitig klar ist, wie Hilfe zu mir in die Wohnung kommt, gibt mir heute viel mehr Ruhe im Alltag.“



