Notrufsystem & Pflegegrad: Was sich mit Pflegegrad wirklich ändert
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Warum Pflegegrad und Notrufsystem so eng zusammenhängen
Ein Pflegegrad ist die Eintrittskarte in Leistungen der Pflegeversicherung – aber nicht jede Leistung gilt automatisch für jedes System. Gerade beim Thema Notruf entstehen häufig Fehleinschätzungen: Manche erwarten eine vollständige Kostenübernahme, andere verzichten aus Unsicherheit – obwohl ein Zuschuss möglich wäre.
Wichtig zu wissen: Ein Notrufsystem zählt als technisches Hilfsmittel (z. B. Hausnotruf) und kann bezuschusst werden – und es gibt darüber hinaus Modelle wie das Gardia Notrufarmband mit PflegePlus Abo, bei dem die monatlichen Abo-Kosten (je nach Einzelfallprüfung) von der Pflegekasse übernommen werden können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Pflegegrad kurz erklärt: So wird er festgelegt
Die Einstufung erfolgt nach dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA) mit einem Punktesystem (0–100). Typische Schwellen:
- Pflegegrad 1: 12,5 bis unter 27 Punkte
- Pflegegrad 2: 27 bis unter 47,5 Punkte
- Pflegegrad 3: 47,5 bis unter 70 Punkte
Je höher der Grad, desto stärker ist die Einschränkung der Selbstständigkeit – und desto mehr Leistungen stehen zur Verfügung.
Was sich bei Pflegegrad 1 wirklich ändert
Schon bei Pflegegrad 1 ist erste Unterstützung sinnvoll: Bedürftige sind noch weitgehend selbstständig, aber Sicherheit im Alltag wird wichtiger.
Leistungen bereits ab Pflegegrad 1:
- Entlastungsbetrag: 131 €/Monat für Angebote, die den Alltag erleichtern
- Pflegehilfsmittel: z. B. Hilfen für Mobilität oder Sicherheit
- Hausnotruf-Zuschuss: Pflegekassen können bereits ab Pflegegrad 1 monatlich bis zu 25,50 € übernehmen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind (z. B. alleinlebend und im Notfall nicht selbst Hilfe rufen können).
Warum Gardia?
Das Armband ist einfach anzulegen, alltagstauglich und funktioniert zu Hause wie unterwegs – so bleibt Sicherheit nicht nur eine Idee, sondern ein fester Bestandteil Ihres Alltags. Inklusive intelligenter FallGuard360° Sturzerkennung.
Pflegegrad 2: Mehr Unterstützung – oft der „Aha-Moment“ für Angehörige
Pflegegrad 2 bedeutet: erhebliche Beeinträchtigung, regelmäßige Hilfe wird realistischer. Mit Pflegegrad 2 steigt der Unterstützungsbedarf deutlich, da regelmäßige Hilfe wahrscheinlicher wird.
- Pflegegeld: ca. 316 € / Monat
- Pflegesachleistungen: ca. 689 € / Monat
- Entlastungsbetrag: 131 € / Monat
Was das für Notrufsysteme bedeutet:
Spätestens ab Pflegegrad 2 wird ein Notrufsystem oft nicht mehr „nice to have“, sondern Teil der Sicherheitsstrategie – vor allem, wenn Menschen noch aktiv sind, aber Sturzrisiko oder Unsicherheit steigt.
Pflegegrad 3: Mehr Bedarf, mehr Organisation – Notruf wird Teil der Pflege-Logik
Mit Pflegegrad 3 steigt der Unterstützungsbedarf deutlich, da regelmäßige Hilfe im Alltag notwendig wird.
Leistungen (gesetzlich festgelegt):
- Pflegegeld: ca. 545 €/Monat
- Pflegesachleistungen: ca. 1.298 €/Monat
- Entlastungsbetrag: 131 €/Monat
Was das bedeutet:
Ab Pflegegrad 3 wird Verlässlichkeit im Alltag besonders wichtig. Notrufsysteme sind hier besonders hilfreich, wenn sie Abläufe klar strukturieren – etwa über Kontaktketten, Prioritätenlisten oder Anbindung an Leitstelle/Angehörige – und dabei einfach und unkompliziert bleiben.
✔ Ein Pflegegrad kann den Zugang zu Leistungen öffnen
✔ Hausnotruf-Zuschuss: bis zu 25,50 € monatlich (bei Voraussetzungen)
✔ Bei Gardia: PflegePlus Abo ab 0 € / Monat möglich, wenn die Pflegekasse die monatlichen Abo-Kosten übernimmt.
✔ Voraussetzungen für Kostenübernahme: Pflegegrad mind. 1, häufig allein/alleinlebend, und es muss plausibel sein, dass eine Notsituation auftreten kann.
Angehörige entlasten, Abläufe klären
Notfallkontakte, Reihenfolge und wichtige Infos übersichtlich verwalten – damit im Ernstfall schelle Hilfe gewährleistet wird.
FAQ/Häufig gestellte Fragen
Ein Notrufsystem lohnt sich immer dann besonders, wenn Sicherheit im Alltag wichtig ist. Es bietet schnellen Zugriff auf Hilfe, wenn etwas passiert – etwa bei Stürzen, plötzlichen Erkrankungen oder anderen Notfällen.
Besonders sinnvoll ist ein Notrufsystem, wenn:
- Menschen allein leben oder zeitweise ohne direkte Unterstützung sind.
- Schnelle Reaktion im Notfall entscheidend ist.
- Es darum geht, Sicherheitsgefühl und Selbstständigkeit zu erhöhen, ohne dass Angehörige ständig vor Ort sein müssen.
💡 Kurz gesagt:
Ein Notrufsystem ist für alle eine sinnvolle Investition, die Sicherheit und Ruhe im Alltag bietet – unabhängig vom Pflegegrad.
Nein, das hängt von Voraussetzungen und dem konkreten Modell/Leistungsumfang ab. Häufig gibt es Zuschüsse (z. B. Hausnotruf bis 25,50 € mtl.) oder Abo-Modelle mit Einzelfallprüfung.
Nur auf „Kostenübernahme“ zu schauen – statt zuerst zu klären, wer im Notfall reagiert und ob das System im Alltag wirklich getragen wird.
Wenn Sturzrisiko hoch ist oder Menschen viel allein sind, ist automatische Erkennung oft sinnvoll. GPS ist besonders relevant, wenn die Person regelmäßig draußen unterwegs ist.
Ein Notrufsystem ist nur so gut wie die Praxis, in der es genutzt wird. Vor dem Kauf sollten Angehörige klären, wer im Notfall kontaktiert wird, wie der Schlüsselzugang geregelt ist und wer tagsüber und nachts erreichbar ist. Ebenso entscheidend ist, dass die Person das System wirklich regelmäßig trägt – auch beim Duschen oder nachts –, damit es im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Planung, Organisation und Alltagstauglichkeit sind mindestens genauso wichtig wie die Technik selbst.
„Wir dachten zuerst: Pflegegrad heißt automatisch, alles wird übernommen. Erst als wir die Leistungen wirklich verstanden haben, konnten wir das passende Notrufsystem auswählen – und der Alltag ist seitdem deutlich ruhiger.“Svenja K., Tochter