Warum Angehörige oft entscheiden – und warum Sensibilität wichtig ist

Ein Sturz, ein Krankenhausaufenthalt oder ein mulmiges Gefühl: Häufig entsteht der Wunsch nach einem Notrufsystem bei Kindern, Partnern oder nahestehenden Personen. Angehörige möchten schützen, vorsorgen und Verantwortung übernehmen.

Gleichzeitig erleben viele ältere Menschen diesen Vorschlag nicht als Hilfe, sondern als Eingriff in ihre Selbstständigkeit. Ein Notrufsystem funktioniert nur, wenn es akzeptiert wird. Akzeptanz entsteht nicht durch Überzeugungskraft, sondern durch Verständnis und Einbeziehung der betroffenen Person.

Typische Fehler bei der Auswahl eines Notrufsystems durch Angehörige

1. Entscheidungen aus Angst treffen

Sätze wie „Was ist, wenn du stürzt?“ oder „Ich mache mir ständig Sorgen“ erzeugen Druck und Angst.

Tipp: Sprechen Sie über Sicherheit, nicht über Risiken.

2. Über Köpfe hinweg entscheiden

Ein Notrufsystem „einfach zu besorgen“ kann als Bevormundung wahrgenommen werden.

Tipp: Beziehen Sie die betroffene Person aktiv in die Entscheidung ein.

3. Technik über den Menschen stellen

Vergleich von Funktionen, Tarifen und Zusatzoptionen ist sinnvoll, darf aber den Alltag der Nutzer nicht vernachlässigen.

Tipp: Entscheidend ist, dass das System genutzt wird, nicht was theoretisch möglich ist.

Checkliste für Angehörige: Das passende Notrufsystem finden

1. Bedürfnisse und Alltag analysieren

  • Lebt die Person hauptsächlich zu Hause oder ist sie viel unterwegs?
  • Geht sie häufig allein einkaufen, zum Arzt oder spazieren?
  • Gibt es gesundheitliche Risiken wie Sturzgefahr oder Gleichgewichtsstörungen?
  • Besteht Unsicherheit im Bad, nachts oder bei Treppen?

Tipp: Mobile Notrufsysteme eignen sich oft besser für aktive Personen.

2. Bedienbarkeit und Komfort prüfen

  • Ist der Notrufknopf gut erreichbar und einfach zu bedienen?
  • Fühlt sich das Gerät angenehm an, auch mit eingeschränkter Motorik?
  • Ist das Gerät leicht, wasserfest und unauffällig im Alltag?

Tipp: Systeme wie das Gardia Notrufarmband mit Sturzerkennung sind im Alltag kaum spürbar, im Ernstfall sofort nutzbar.

3. Erreichbarkeit und Reaktionskette klären

  • Wer wird bei einem Alarm zuerst informiert – Angehörige, Nachbarn oder eine Notrufzentrale?
  • Gibt es Backup-Kontakte für den Notfall?
  • Ist eine 24/7-Notrufzentrale verfügbar oder eine klar definierte Reihenfolge zur Hilfeleistung?

Tipp: Transparente Notrufketten erhöhen die Sicherheit.

4. Anpassbarkeit des Systems

  • Können Kontakte jederzeit ohne Zusatzkosten geändert werden?
  • Lässt sich die Empfindlichkeit der Sturzerkennung anpassen?
  • Können Funktionen flexibel ein- oder ausgeschaltet werden?
  • Sind zukünftige Anpassungen bei veränderten Bedürfnissen unkompliziert möglich?

Tipp: Flexibilität ist wichtiger als die Anzahl der Funktionen.

5. Test und Vertrautheit

  • Wurde ein Testalarm ausgelöst?
  • Wissen alle Notfallkontakte, wie der Testalarm abläuft?
  • Ist klar, was im Ernstfall passiert?

Tipp: Regelmäßige Testalarme senken Hemmschwellen und erhöhen die Nutzung.

6. Alltagstauglichkeit bewerten

  • Kann das System einfach geladen werden?
  • Werden Akku- oder Verbindungsprobleme angezeigt?
  • Ist die App für Angehörige verständlich?
  • Kann die Person das System selbstständig nutzen?

Tipp: Systeme, die im Alltag funktionieren, werden auch tatsächlich genutzt.

7. Kosten und Service

  • Sind alle Leistungen im monatlichen Preis klar ersichtlich?
  • Gibt es zusätzliche Gebühren für bestimmte Funktionen?
  • Sind Wartung, Ersatzgeräte oder SIM-Verträge transparent geregelt?
  • Können Zuschüsse über Pflegekassen genutzt werden?

Tipp: Transparente Angebote vermeiden späteren Frust.

8. Sicherheit und Datenschutz

  • Werden Daten verschlüsselt und DSGVO-konform gespeichert?
  • Welche Informationen werden an Notfallkontakte übermittelt?
  • Gibt es Hinweise zur Nutzung von Standortdaten?

Tipp: Datenschutz schafft Vertrauen bei allen Beteiligten.

9. Perspektive der betroffenen Person

  • Fühlt sich die Person sicher oder kontrolliert?
  • Können Bedenken und Vorteile gemeinsam besprochen werden?
  • Gibt es Formulierungen wie „Das ist für deine Sicherheit, nicht zur Kontrolle“?

Tipp: Empathische Gespräche erhöhen Akzeptanz und Nutzung.

Gardia Notrufarmband mit intelligenter FallGuard360° Sturzerkennung

Moderne Lösungen – etwa mobile Notrufarmbänder wie das Gardia Notrufarmband mit Sturzerkennung – zeigen, dass Sicherheit heute diskret, alltagstauglich und flexibel gestaltet sein kann. Entscheidend bleibt jedoch nicht das Produkt, sondern die gemeinsame Entscheidung und die klare Kommunikation.

Das Gardia Notrufarmband bietet einfache Bedienung, eine extrem lange Akkulaufzeit von bis zu 21 Tagen, Zwei-Wege-Sprachverbindung, nahezu europaweite Funktionalität, und die monatlichen Kosten können ab Pflegegrad 1 von der Pflegekasse übernommen werden.

Notrufarmband mit Wasserfestigkeit – Perfekt für den täglichen Gebrauch. caera

Sicherheit anbieten – ohne zu bevormunden

in Notrufsystem sollte nicht als Kontrolle, sondern als Unterstützung verstanden werden. Das gelingt besonders, wenn Angehörige ihre Rolle bewusst reflektieren.

Hilfreiche Perspektivwechsel:

  • Von „Ich mache mir Sorgen“ zu „Was würde dir Sicherheit geben?“
  • Von „Du brauchst das“ zu „Wie möchtest du unterstützt werden?“
  • Von „Das ist besser für dich“ zu „Lass uns gemeinsam schauen“

Sicherheit entsteht auf Augenhöhe.

Gesprächshilfen für den Einstieg

Diese Formulierungen helfen, das Thema sensibel anzusprechen:

  • „Ich habe gelesen, dass viele Menschen ein Notrufsystem nutzen, um unabhängiger zu bleiben.“
  • „Mich würde interessieren, wie du dich im Alltag absicherst.“
  • „Was wäre dir im Notfall wichtig?“
  • „Gibt es Situationen, in denen du dir mehr Unterstützung wünschen würdest?“

➡️ Ziel ist kein schnelles Ja, sondern ein ehrliches Gespräch.

Mini-Entscheidungshilfe: Welches Notrufsystem passt?

  • Überwiegend zu Hause: Ein einfaches, gut erreichbares System reicht aus.
  • Viel unterwegs oder aktiv: Mobile Notrufsysteme bieten mehr Sicherheit
  • Erhöhtes Sturzrisiko: Systeme mit automatischer Sturzerkennung sind sinnvoll.
  • Alleinlebend: Klar definierte Notrufketten oder 24/7-Notrufzentrale erhöhen Sicherheit.
  • Angehörige möchten eingebunden sein: Systeme mit App-Übersicht erleichtern Koordination.
  • Diskretion gewünscht: Unauffällige, leichte Notrufarmbänder werden häufiger getragen.
  • Veränderliche Lebenssituation: Flexible Anpassbarkeit von Kontakten und Funktionen ist langfristig sinnvoll.
  • Wenig Technikaffinität: Einfache Bedienung erhöht die Akzeptanz.

Rolle der Angehörigen nach der Entscheidung

  • Abläufe regelmäßig gemeinsam besprechen
  • Kontakte aktuell halten
  • Veränderungen im Alltag berücksichtigen
  • Offen für Anpassungen bleiben

Ein Notrufsystem ist kein einmaliges Projekt, sondern Teil eines gemeinsamen Sicherheitsverständnisses.

FAQ/Häufig gestellte Fragen

  • Wie funktioniert ein Notrufsystem?

    Ein Notrufsystem verbindet die betroffene Person per Knopfdruck oder automatisch, etwa bei einem Sturz, mit Angehörigen oder einer Notrufzentrale. Mobile und stationäre Systeme unterscheiden sich in Reichweite und Funktionen, bieten aber jederzeit schnelle Hilfe.

  • Was, wenn die Person das System ablehnt?

    Ablehnung ist ein Signal. Oft hilft es, den Fokus auf Selbstständigkeit statt Risiko zu legen.

  • Ist ein Notrufsystem ein Zeichen von Hilfsbedürftigkeit?

    Nein. Viele nutzen es, um länger unabhängig zu bleiben.

  • Wie können Angehörige entlastet werden?

    Durch klare Abläufe, transparente Kommunikation und realistische Erwartungen.

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Gespräch?

    Nicht im Akutfall, sondern ruhig, vorausschauend und ohne Zeitdruck.

  • „Erst als wir nicht mehr über Gefahren, sondern über Freiheit gesprochen haben, war meine Mutter offen für das Thema.“
    Sabine K.,

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